Was passiert eigentlich nach jeder Tasse Kaffee mit dem Kaffeesatz?
Eine Tasse Kaffee dauert oft nur wenige Sekunden. Bohnen werden gemahlen, heißes Wasser fließt durch das Kaffeemehl und schon steht der fertige Espresso oder Café Crème bereit. Doch was passiert eigentlich mit dem, was nach der Zubereitung übrig bleibt?
Kaffeesatz aus der Kaffeemaschine gehört zu den Dingen, über die man im Alltag kaum nachdenkt. Dabei entsteht bei jeder einzelnen Tasse eine kleine Menge davon. In einem gut besuchten Café, einer Bäckerei oder einem großen Büro kommt über den Tag erstaunlich viel zusammen.
Und der Weg des Kaffeesatzes ist durchaus interessanter, als man zunächst vermuten würde.
Von der Bohne zum Kaffeepuck
Bevor Kaffeesatz entsteht, wird die benötigte Menge Kaffeebohnen frisch gemahlen. Das Kaffeemehl gelangt anschließend in die Brühgruppe der Maschine, wo es für die Extraktion vorbereitet wird.
Heißes Wasser wird unter den vorgesehenen Bedingungen durch das Kaffeemehl geführt. Dabei lösen sich zahlreiche Aromastoffe und andere Bestandteile, die später den Geschmack des Kaffees ausmachen.
Was zurückbleibt, ist feuchtes, bereits extrahiertes Kaffeemehl: der Kaffeesatz.
In vielen professionellen Kaffeevollautomaten wird dieser nach dem Brühvorgang automatisch aus der Brühgruppe ausgeworfen. Häufig entsteht dabei ein mehr oder weniger kompakter Kaffeepuck, der in einem Auffangbehälter landet.
Der Nutzer bekommt davon normalerweise kaum etwas mit. Während vorne die fertige Tasse steht, hat die Maschine den nächsten Schritt bereits vorbereitet.
Wie viel Kaffeesatz entsteht eigentlich?
Eine einzelne Portion wirkt zunächst unspektakulär. Doch die Mengen summieren sich.
Nehmen wir als einfaches Rechenbeispiel eine professionelle Kaffeemaschine, die pro Getränk durchschnittlich 10 Gramm gemahlenen Kaffee verwendet.
Bei 100 Getränken am Tag entspricht das bereits einem Kilogramm eingesetztem Kaffeemehl. Bei 200 Getränken sind es zwei Kilogramm.
Der tatsächlich anfallende feuchte Kaffeesatz wiegt mehr als das ursprünglich trockene Kaffeemehl, weil nach der Extraktion Wasser darin zurückbleibt. Die genaue Menge hängt unter anderem von der Dosierung, dem Getränk und der Restfeuchtigkeit ab.
Über eine Arbeitswoche kann also eine beachtliche Menge zusammenkommen.
Gerade in Betrieben mit hohem Kaffeeverbrauch ist Kaffeesatz deshalb nicht einfach nur ein gelegentlicher Abfall, sondern ein fester Bestandteil des täglichen Betriebs.
Warum muss der Tresterbehälter regelmäßig geleert werden?
Professionelle Kaffeevollautomaten sammeln den Kaffeesatz üblicherweise in einem sogenannten Tresterbehälter.
Dieser muss regelmäßig geleert und gereinigt werden. Je nach Maschine wird angezeigt, wann der Behälter voll ist oder eine bestimmte Anzahl von Brühvorgängen erreicht wurde.
Das hat einen praktischen Grund: Ist der Auffangbehälter voll, kann die Maschine den Kaffeesatz nicht mehr ordnungsgemäß auswerfen. Der weitere Getränkebezug wird dann gegebenenfalls gesperrt, bis der Behälter geleert wurde.
Hinzu kommt die Hygiene. Feuchter Kaffeesatz bietet bei längerer Standzeit günstige Bedingungen für Schimmelbildung. Deshalb sollte er nicht unnötig lange in der Maschine verbleiben.
In stark frequentierten Betrieben gehört das Entleeren des Tresterbehälters ganz selbstverständlich zur täglichen Routine.
Kann man Kaffeesatz noch verwenden?
Kaffeesatz ist nicht zwangsläufig nur Abfall. Tatsächlich gibt es verschiedene Ansätze, ihn weiterzuverwenden.
Besonders bekannt ist die Nutzung im Garten. Kaffeesatz enthält organische Substanz und geringe Mengen an Pflanzennährstoffen. Allerdings eignet er sich nicht uneingeschränkt für jede Pflanze und sollte nicht einfach in großen Mengen auf die Erde geschüttet werden.
Auch als Bestandteil von Kompost kann Kaffeesatz sinnvoll sein, wenn er mit anderen Materialien gemischt wird.
Darüber hinaus beschäftigen sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit weiteren Verwendungsmöglichkeiten. Dazu gehören beispielsweise die Herstellung bestimmter Materialien, die Gewinnung von Inhaltsstoffen oder die energetische Nutzung.
Nicht jede dieser Ideen lässt sich unmittelbar im Alltag umsetzen. Sie zeigen aber, dass selbst nach der Kaffeezubereitung noch Potenzial im vermeintlichen Restprodukt steckt.
Und was ist mit Nachhaltigkeit?
Wenn wir über nachhaltige Kaffeeversorgung sprechen, denken wir meistens zuerst an den Kaffeeanbau, Transportwege, Verpackungen oder den Energieverbrauch der Maschine.
Der Kaffeesatz gerät dabei schnell in Vergessenheit.
Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, auch diesen Teil der Kaffeeversorgung zu betrachten. Gerade an Standorten mit hohem Verbrauch lohnt sich die Frage, welche Entsorgungs- oder Verwertungsmöglichkeiten vor Ort bestehen.
Wichtig ist allerdings, realistisch zu bleiben. Nicht jeder Betrieb benötigt ein eigenes Konzept zur Kaffeesatzverwertung. Oft beginnt ein bewusster Umgang schon damit, die tatsächlich anfallenden Mengen zu kennen und den Kaffeesatz hygienisch und ordnungsgemäß zu entsorgen.
Nachhaltigkeit besteht schließlich nicht immer aus großen technischen Lösungen. Manchmal beginnt sie mit einem genaueren Blick auf alltägliche Abläufe.
Kleine Reste, große Bedeutung im Alltag
Bei Coffema beschäftigen wir uns seit über 50 Jahren mit professionellen Kaffeemaschinen und den Anforderungen, die ihr täglicher Einsatz mit sich bringt.
Dabei geht es nicht ausschließlich um die Qualität des Getränks. Auch scheinbar kleine Dinge wie die Größe des Tresterbehälters, seine Zugänglichkeit und die Häufigkeit des Entleerens können im laufenden Betrieb eine Rolle spielen.
Eine Maschine, die täglich nur wenige Getränke zubereitet, stellt andere Anforderungen als ein Kaffeevollautomat, der während der Frühstückszeit nahezu ununterbrochen arbeitet.
Deshalb betrachten wir bei der Auswahl eines professionellen Kaffeesystems immer den gesamten Ablauf – von der Bohne über die Zubereitung bis hin zur Reinigung und Entsorgung.
Denn nach der letzten Tasse ist die Arbeit der Kaffeemaschine noch nicht ganz vorbei.
Was für uns Kaffeesatz ist, gehört für die Maschine einfach zum nächsten Arbeitsschritt.
