Wie voll muss so ein Bohnenbehälter im Kaffeevollautomaten eigentlich sein?
Morgens Deckel auf, Kaffeebohnen hinein und am besten gleich bis oben auffüllen? Was praktisch klingt, ist nicht unbedingt die beste Lösung. Denn Bohnen im Kaffeevollautomaten sind kein Vorrat für die nächsten Wochen. Sie sind Arbeitsvorrat – und sollten möglichst frisch verarbeitet werden.
Gerade bei professionellen Kaffeemaschinen können die Bohnenbehälter beachtliche Mengen aufnehmen. Das ist wichtig, wenn in kurzer Zeit viele Getränke zubereitet werden. Trotzdem bedeutet ein großer Behälter nicht automatisch, dass er jederzeit randvoll sein muss.
Wie viel gehört also hinein?
Der Bohnenbehälter ist kein Vorratsschrank
Kaffeebohnen sind ein Naturprodukt und verändern sich nach der Röstung weiter. Sauerstoff, Wärme, Licht und Feuchtigkeit können Aroma und Geschmack beeinflussen. Deshalb werden Kaffeebohnen normalerweise möglichst geschützt gelagert und erst dann in die Maschine gegeben, wenn sie benötigt werden.
Im Bohnenbehälter einer Kaffeemaschine sind die Bedingungen andere als in einer gut verschlossenen Verpackung. Sobald die Bohnen eingefüllt sind, gehören sie zum Arbeitsvorrat der Maschine.
Die einfache Grundidee lautet deshalb: Nicht möglichst viele Bohnen einfüllen, sondern so viele, wie tatsächlich gebraucht werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Mitarbeitende nach jeder zehnten Tasse nachfüllen sollen. Im professionellen Betrieb muss die Kaffeemaschine zuverlässig verfügbar sein. Entscheidend ist also die richtige Balance zwischen Frische und ausreichendem Vorrat.
Wie viele Bohnen werden tatsächlich verbraucht?
Die Antwort hängt stark vom Standort ab.
Eine Kaffeemaschine in einem kleinen Büro hat mö
licherweise über den ganzen Tag verteilt eine relativ gleichmäßige Nutzung. In einer Bäckerei sieht das ganz anders aus: Morgens kann innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil des Tagesbedarfs durch die Mühlen laufen. Im Hotel wiederum kann das Frühstück die entscheidende Stoßzeit sein.
Deshalb sagt die Größe des Bohnenbehälters allein wenig darüber aus, wie viel morgens eingefüllt werden sollte.
Viel interessanter ist der tatsächliche Verbrauch: Wie viele Getränke werden pro Tag zubereitet? Wann entstehen die stärksten Stoßzeiten? Und wie häufig muss normalerweise nachgefüllt werden?
Wer diese Fragen kennt, kann den Bohnenvorrat deutlich sinnvoller planen.
Randvoll ist nicht automatisch besser
Ein voller Bohnenbehälter vermittelt zunächst Sicherheit. Schließlich kann dann so schnell nichts ausgehen.
Wenn am Abend allerdings noch ein großer Teil der Bohnen im Behälter liegt und am nächsten Morgen einfach neue Bohnen darübergeschüttet werden, kann sich daraus eine ungünstige Routine entwickeln. Ein Teil der Bohnen bleibt möglicherweise deutlich länger im Behälter als gedacht.
Besser ist es, den Verbrauch zu beobachten und die Füllmenge daran anzupassen.
An stark frequentierten Standorten kann das durchaus bedeuten, dass der Behälter morgens gut gefüllt wird. Bei geringerem Verbrauch kann eine kleinere Menge sinnvoller sein.
Es gibt deshalb keine pauschale Füllhöhe, die für jede professionelle Kaffeemaschine und jeden Standort gleichermaßen richtig ist.
Und was passiert, wenn zu wenig eingefüllt wird?
Auch das andere Extrem ist im professionellen Betrieb wenig hilfreich.
Ein leerer Bohnenbehälter während der Frühstückspause, in der Mittagsspitze oder mitten im Kundenbetrieb sorgt für unnötige Unterbrechungen. Besonders ungünstig wird es, wenn erst beim Getränkebezug auffällt, dass Bohnen fehlen.
Die benötigte Menge sollte deshalb immer auch mit den typischen Stoßzeiten abgestimmt werden.
Wer weiß, dass zwischen 8 und 10 Uhr besonders viele Getränke zubereitet werden, sollte vor dieser Phase ausreichend Bohnen bereitstellen. Nach der Stoßzeit kann dann wieder bedarfsgerechter nachgefüllt werden.
Das Ziel lautet nicht möglichst wenig, sondern passend zum Verbrauch.
Warum haben manche Maschinen mehrere Bohnenbehälter?
Bei professionellen Kaffeemaschinen findet man häufig mehr als einen Bohnenbehälter beziehungsweise mehrere Mühlen. Damit können unterschiedliche Kaffeesorten für verschiedene Getränke verwendet werden.
Beispielsweise kann eine Bohne für Espresso und eine andere für Café Crème vorgesehen sein. Auch eine zusätzliche entkoffeinierte Variante kann je nach Maschinenkonzept möglich sein.
Damit wird die Planung noch etwas interessanter. Denn die verschiedenen Bohnen werden selten exakt gleich häufig verwendet.
Wenn beispielsweise die meisten Gäste Café Crème trinken und nur ein kleiner Teil entkoffeinierten Kaffee bestellt, müssen die entsprechenden Bohnenbehälter nicht zwangsläufig gleich stark gefüllt sein.
Auch hier gilt: Der tatsächliche Verbrauch entscheidet.
Bohnen im Kaffeevollautomaten: kleine Routine, große Wirkung
Im täglichen Betrieb ist das Nachfüllen der Bohnen nur ein kleiner Handgriff. Trotzdem lohnt es sich, daraus eine bewusste Routine zu machen.
Statt jeden Behälter automatisch bis zum Rand zu füllen, kann der Verbrauch über einige Tage beobachtet werden. Schnell zeigt sich, welche Bohne besonders häufig benötigt wird, wann nachgefüllt werden muss und welche Menge ungefähr durch einen normalen Arbeitstag führt.
Bei größeren oder stark frequentierten Standorten spielen dabei natürlich auch Komfort und Betriebssicherheit eine Rolle. Niemand möchte während einer Stoßzeit ständig mit der Kaffeetüte neben der Maschine stehen.
Deshalb gehören Fassungsvermögen, Anzahl der Bohnenbehälter und die erwartete Getränkeanzahl bereits zur Auswahl eines professionellen Kaffeesystems.
So viel wie nötig – so frisch wie möglich
Die Frage „Wie voll muss der Bohnenbehälter sein?“ hat also keine Antwort in Zentimetern.
Ein guter Richtwert ergibt sich aus dem tatsächlichen Verbrauch des jeweiligen Standorts. Die Maschine sollte genügend Bohnen für den laufenden Betrieb und insbesondere die nächste Stoßzeit zur Verfügung haben. Gleichzeitig müssen Bohnen nicht unnötig lange im Behälter auf ihren Einsatz warten.
Bei Coffema erleben wir täglich, wie unterschiedlich professionelle Kaffeestandorte funktionieren. Büro, Hotel, Bäckerei, Gastronomie oder Self-Service haben jeweils eigene Verbrauchsmuster und Anforderungen.
Deshalb betrachten wir bei der Planung eines Kaffeesystems nicht nur die maximale Leistung einer Maschine. Auch Bohnenbehälter, Mühlen, Getränkeauswahl und typische Stoßzeiten müssen zum tatsächlichen Bedarf passen.
Denn guter Kaffee beginnt zwar mit guten Bohnen.
Aber die müssen nicht alle gleichzeitig in die Maschine.
